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Wildhaus befindet sich, eingebettet zwischen den 7 Churfirsten und dem Säntis, dort, wo das oberste Toggenburg am schönsten ist. Das Dorfzentrum mit der höchsten Postleitzahl der Schweiz (9658) liegt auf fast 1'100m über dem Meer und ist somit die höchstgelegenste Gemeinde im Kanton St. Gallen. Nachfolgend finden Sie das bedeutendeste über die Geschichte der Gemeinde und die wichtigsten Daten und Fakten. Im Gegensatz zum Rheintal erfolgte die Besiedlung des obersten Toggenburgs erst viel später. Einzig die Neandertaler, die ersten Menschen, konnten sich mit der Gegend anfreunden und benützten die Höhle des 'Wildenmannlisloch' als Unterschlupf, wie die Grabungen von Emil Bächler ergeben haben. In frühgeschichtlicher Zeit sind die Alpen des obersten Toggenburgs von den im Rheintal ansässigen Rätoromanen genutzt worden. Dies geht auch aus den zahlreichen romanischen Berg- und Flurnamen hervor: z.B. Gamplüt, Gräppelen, Gulmen, Selun, Fros, Iltios etc. Der Talboden wurde erst viel später durch alemannische Bauern gerodet. Von diesen stammen die deutschen Namen der Ortschaften sowie viele Flurnamen, wie etwa Rüti, Schwendi, Allmend usw., ab. Um das Jahr 1200 wurde durch die Herren Sax die Wildenburg, genannt das „wilde Huus“, erbaut, woraus dann auch der Name unserer Gemeinde entstand. In den Jahren 1313 und 1320 wurden grössere Teile, die zur Wildenburg gehörten, den Grafen von Toggenburg verkauft. Nach dem Tode von Friedrich VII. von Toggenburg übernahm Hiltprand von Raron 1437 die Landeshoheit über das ganze Toggenburg. 1439 bildete Wildhaus ein eigenes Gemeinwesen mit Freiheiten wie z.B. die Ammannwahl oder die Gerichtsbesetzung. Die grosse Entfernung von ihrem Besitz veranlasste die Herren von Raron, das Toggenburg am 20. Dezember 1468 an den Abt von St. Gallen zu verkaufen. Wildhaus war bis zum Jahr 1484 kirchlich dem Bistum Chur zugeteilt. In diesem Jahr trennte sich Wildhaus kirchlich und auch alprechtlich von der Gemeinde Gams. Der in Lichtensteig residierende Vogt des Abtes von St. Gallen benötigte daraufhin die Wildenburg nicht mehr. Die Zehnten und Zinsen waren weiterhin dem Kloster St. Johann abzutreten. Am Neujahrstag des selben Jahres wurde Huldrych Zwingli in Wildhaus, Lisighaus, geboren. Der Vater von Zwingli war Bergbauer und amtete nebenbei als Gemeindeammann. Er besass ausserdem reichlich Grundbesitz im Umkreis von Wildhaus. Zwingli selbst war zeitlebens stolz auf seine bäuerliche Herkunft und blieb mit seiner Familie in Wildhaus und mit seinen Landsleuten im „St. Johannertal“ stets eng verbunden. Zwinglis kirchliche Wirksamkeit belief sich auf drei Pfarrstellen: jene in Glarus, diejenige in Einsiedeln und zuletzt die am Grossmünster in Zürich. Diese Jahre im Dienste als Pfarrer legten den Grundstein zu Zwingli's reformatorischem Denkens. Seine Tätigkeit als Reformator entwickelte sich ab 1519 in Zürich: damit wurde die Basis zur evanglisch-reformierten Kirche der Schweiz geschaffen. Zwingli starb am 11. Oktober 1531, noch nicht 48-jährig, auf dem Schlachtfeld bei Kappel, wohin er die Zürcher als Feldprediger begleitet hatte. Die Wildenburg zerfiel und brannte ums Jahr 1600 ab. Seit 1999 gehört die Wildenburg nunmehr der Politischen Gemeinde Wildhaus, nachdem sie als kleine Festung einige Jahrzehnte Eigentum der Schweizerischen Eidgenossenschaft war. 1777 weihten die Katholiken ihre neue Kirche in Wildhaus ein. Im Jahre 1787 wurde die erste Verbindungsstrasse von Wattwil ins Obertoggenburg nach Wildhaus gebaut, woraufhin der neu entstandene Kanton St. Gallen die Fortsetzung nach Gams errichten liess. Wildhaus wird im Jahr 1803 eine Politische Gemeinde im neuen Kanton St. Gallen. 1830 konnte man erstmals auf Postkutschen Wildhaus „durchreisen“. Im Jahre 1870 beherbergte der Hirschen als erstes Hotel in Wildhaus Feriengäste. Anfangs des zwanzigsten Jahrhunderts begann auch im Obertoggenburg der grosse Skirummel, woraufhin 1937 die Funi-Schlittenseilbahn gebaut wurde. Nun wurden immer mehr Hotels und Gaststuben im Kurort Wildhaus eröffnet und sind bis heute im Betrieb.
Quelle: Gemeinde Wildhaus |